Industriebodenabnahme

Ref.-Nr.: 5000

Kunde: Andritz AG
Ansprechpartner: Ing. Hans Ploder
Auftragssumme: ca. 9.000,- Euro
Projektumfang: ca. 5000m² Industrieboden
Projektdauer: 2005 bis 2008
Projektgebiet: Weiz


Projektbeschreibung:
"Präzisionsnivellements zur Überprüfung der Ebenheit des Industriebodens in der Halle W"

1. Aufgabenstellung
Die Anforderungen eines Industriebodens für den Einsatz von Luftkissentransportsystemen betreffen vor allem die Eigenschaften Luftdichtheit, Ebenheit und Schräge des Bodens. Eine positive Abnahme des Bodens bedingt die Erfüllung der Richtlinien aus der DIN-Norm 18202, Kapitel 4, Absatz 4:

Toleranz nach DIN 18202, Kapitel 4 / Absatz 4
Abweichung (t) in mm1391215
Messpunkt (L) in m0,1141015

Zur Überprüfung der Fertigungsgenauigkeit bezüglich Ebenheit und Schräge wird deshalb ein Präzisionsnivellement in geeignetem Rasterabstand auf der gesamten Fläche durchgeführt. Die Ergebnisse sind entsprechend der Norm zu beurteilen.

2. Durchführung
→ 2.1 Vorarbeiten
Um eine Vermessung in einem regelmäßigen Raster zu garantieren wurde mit einem Maßband eine Art Koordinatennetz mit einer Maschenweite von 1m am Hallenboden angezeichnet. Um systematische Fehler auszuschließen wurde das Präzisionsnivellier NA3003 von Leica (Höhenstandardabweichung 0,3mm / km) exakt im Zentrum der Halle positioniert.
→ 2.2 Messungen
Die erste Abnahme erfolgte am 29.07.2004, die zweite Abnahme am 14.07.2005 und die Endabnahme am 24.07.2005. Sämtliche Messungen wurden mit einer Invarlatte und einer Auflösung von 0,01mm durchgeführt. Da zu den Zeitpunkten der Erst- und Zweitaufnahme gleichzeitig andere Tätigkeiten (Schleifarbeiten, etc.) in der Halle durchgeführt wurden, kann eine Beeinflussung der Messungen durch Staub und Vibrationen nicht gänzlich ausgeschlossen werden, ist jedoch für Genauigkeitsaussagen von > 1mm nicht relevant. Die Endabnahme erfolgte am Samstag dem 24. Juli 2005 ohne jegliche äußere Beeinflussung.\r\nWeiters wurde nach jeder Meßreihe ein exakt definierter Punkt ( in der Graphik Punktnummer 10001) wiederholt gemessen, um etwaige Veränderungen im Meßsystem frühzeitig zu erkennen.
→ 2.3 Auswertung
Die Berechnung der Meßdaten erfolgte standardisiert mit der Software rmGEO 4 von rmDATA. Dabei wurde die Lage mit zwei Stellen (=cm), die Höhe mit vier Stellen (= 0,1mm) gerechnet. Die Veränderungen in der Höhe der einzelnen Punkte zwischen zweiter Abnahme und Endabnahme können dem Anhang ´Standvergleich´ entnommen werden. Nach koordinativer Bestimmung von Lage und Höhe wurden die Meßpunkte graphisch mit Punktnummer und relativer Höhe dargestellt. Mit diesem Punkteraster wurde mit einer sogenannten Dreiecksvermaschung ein digitales Höhenmodell gerechnet und durch unterschiedliche Farbgebung eine Darstellung von Mulden und Kuppen erreicht.

3. Ergebnisse
Die Erstabnahme ist mit der Zweitabnahme und der Endabnahme aufgrund der Zeitdifferenz von einem Jahr und unterschiedlicher Meßanordnung nicht direkt vergleichbar. Es ist jedoch eindeutig feststellbar, daß sowohl bei der Erst- als auch bei der Zweitabnahme die Abweichungstoleranzen entsprechend DIN 18202 in mehreren Bereichen des Hallenbodens überschritten werden. Zum Zeitpunkt der Endabnahme am 24.07.2005 ist entsprechend der graphischen Darstellung keine Überschreitung der Grenzwerte feststellbar und somit der Hallenboden W4 bezüglich Ebenheit und Schräge korrekt fertiggestellt.


Mitarbeiter:
Dipl.-Ing. Christoph Permann, Jens Husung



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